Wat sägg uis dat?

„Wi willt uis vandage en pleseerliken Naomidagg maaken“, kündigte Ingrid Horstmann den Besuchern die Aufführungen der „grooten Brejpottspöllers“ (Sekundarschüler der Plattdeutsch-AG) an. Mit viel Engagement hatten sie und die anderen Mentoren der AG Hedwig Rentmeister, Doris Grünewald und Mia Pass mit den Jungschauspielern kleine Sketche in Erler Platt eingeübt.

Fabeln

Der Fuchs luchst dem blasierten Raben den Käse ab

Auf dem Programm standen zuerst bekannte Fabeln: „Den Raawe un den Foss, den Foss un den Zeggenbuck un den Möller, sien Sonn un den Ässel“. Mit der rhetorischen Fage „Wat sägg uis dat?“ wurde zum Schluss die Moral der Fabeln beschrieben: die Dünkelhaftigkeit des Raben, die Leichtgläubigkeit des Ziegenbocks sowie das Bemühen, es allen recht machen zu wollen: „Daorüm doo du ümmer bloß dat, wat du sölws für richtig häöls – un lat de Löö praoten.“

Müller und Sohn tragen den Esel, um es den Leuten recht zu machen

„Nix wegschmitten“

Beim nächsten Vortrag ging es um die Veränderung der Lebensgewohnheiten und des Ortsbildes in Erle in den letzten Jahren. Hieß es früher : „Nix wegschmitten, et wött alles noch ebrukt.“ – aus ökologischer Sicht eigentlich fortschrittlicher als die Wegwerfmentalität heutzutage – hat die deutsche Frau heute „hunnertachtien  Kleddungsstücke in’t Schapp un de Kerls dreeunsewenzig. Un de Hälfte daorvan wött  gar nich annetrocken un weggeschmetten.“ Die jungen Leute machten sich in selbst geschriebenen Texten Gedanken darüber, „wat sik in öhr Lääwen un in Erle verännert häw.“

De Drej, de alls bäter wätt

Beim Sketch um Klatsch und Tratsch hatten die Brejpottspöllers sich Figuren, Utensilien, Text und Regie ganz allein ausgedacht. „De Drej, de alls wätt – un meestied sogar bäter“  zogen über Bekannte und Nachbarn her und der schwerhörige Opa verstand alles falsch.

Loriot-Sketch

Zum Schluss führten die jungen Schauspielerinnen den bekannten Loriot-Sketch „Dat Klaveer“ auf. Die Zuschauer amüsierten sich köstlich über die zahlreichen Pannen, die bei der Anlieferung eines Klaviers aus Massachusetts bei Familie Schulte-Schöttelkamp passieren. Die Videoaufnahmen für die edle Spenderin über die inszenierte Ankunft des Klaviers aus Amerika müssen ständig abgebrochen und wiederholt werden.

Gefilmte Anlieferung des Klaviers im Loriot-Sketch „Dat Klaveer“

Mit lang anhaltenden Applaus bedankten sich die Zuschauer bei den Brejpottspöllers und den Gitarrenspielern Norbert Sabellek und Christiane Wittig, die die Gesangseinlagen begleiteten. 

Die Brejpottspöllers und ihre Mentoren bekommen viel Applaus

Zum ersten Mal verlieh die Gemeinde Raesfeld Heimatpreise für besonderes ehrenamtliches Engagement. Dabei erhielt der Heimatverein Erle den drittplatzierten Heimatpreis, dotiert mit 1000 €, für das Projekt „Babywiese“. Den ersten Platz (2500 €) belegte der Heimatverein Raesfeld mit seinem Projekt „Digitalisierung der Fotosammlung des Raesfelder Fotografen Ignaz Böckenhoff“, den zweiten Platz (1500 €) die Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer für ihre Projekte. Insgesamt waren 7 Bewerbungen bei der Gemeinde eingegangen. 

v.l.: Hans Brune (Heimatverein Raesfeld), Bürgermeister Andreas Grotendorst, Jutta Bonhoff (Bürgerstiftung Raesfeld-Erle-Homer), Norbert Sabellek (Heimatverein Erle), Luc Hudournik (Silvesterschule Erle)

Bei der Vergabe des Preises an den Vorsitzenden Norbert Sabellek betonte Bürgermeister Andreas Grotendorst, dass das Anpflanzen von Obstbäumchen für Babys und Kleinkinder auf der Babywiese zur frühkindlichen Auseinandersetzung  mit der Natur anrege. Mittlerweile wachsen 60 Bäumchen auf dem Areal hinter der Erler Mühle. Zudem wurden am 21.02.2020 zum ersten Mal  6 Hochstämme (alte Apfel- und Birnensorten) angepflanzt, für die der Schützenverein Erle, Eintracht Erle, die KLJB Erle-Rhade, die Silvesterschule, der Imkerverein Raesfeld sowie der ehemalige Vereinsvorsitzende Klaus Werner, der vor Jahren die Idee für eine Babywiese hatte, die Patenschaft  übernahmen. Insbesondere die KLJB, die Silvesterschule und der Imkerverein engagieren sich auch bei Ausbau und Gestaltung der Obstwiese.

Der Schützenvereinsvorsitzende Arno Brömmel (links), der Heimatvereinsvorsitzende Norbert Sabellek (Mitte) und der ehemalige Vorsitzende Klaus Werner (rechts) legen Hand an bei der Anpflanzung der Hochstämme

Im Jahre 2019 wurden in Zusammenarbeit mit Grundschulklassen eine große Wildblumenwiese und ein Kräuterbeet angelegt. Der Erler Imker Jürgen Heider siedelte in einem Bienenstand 4 Bienenvölker auf der Babywiese an. 

So ist das Langzeitprojekt mittlerweile zu einem ökologischen Biotop für Pflanzen und Insekten und zu einem landschaftlichen Idyll gereift, an dem Eltern mit ihren Kindern regelmäßig die Pflanzen pflegen und an der Erweiterung des Areals arbeiten. Besucher dieses Parks werden zum Verweilen eingeladen.

Silvesterschülerinnen und -schüler sähen eine Blumenwiese ein

Wie alles anfing

Am 04.11.2017 pflanzten 18 Familien insgesamt 32 Obstbäumchen auf einem Wiesengrund hinter der Erler Mühle. Nachdem die Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäumchen gepflanzt waren, hatten die Kinder Spaß, ihre mit einem Namensschild versehenen Pflanzen tüchtig zu gießen. Anschließend wurde diese 1. Pflanzaktion kräftig gefeiert.

Der ehemalige Vorsitzende des Heimatvereins Klaus Werner hatte eine Babywiese auf einer Reise durch Thüringen kennengelernt und sie dem Vorstand vorgestellt. Auf einer Wiese pflanzen Eltern für ihren Sprössling einen Obstbusch. Das Kind wird mit diesem Bäumchen groß, baut eine Beziehung zu ihm auf und erntet seine Früchte.

Um solch ein Projekt in Erle durchführen zu können bedurfte es eines Grundstückes und eines Sponsors. Elisabeth Grundmann stellte dem HV Erle eine Wiese zur Verfügung und die Volksbank Erle war von dem Vorhaben so überzeugt, dass sie den Verein mit einer stattlichen Summe von 5500 Euro bedachte.

Somit konnten im Herbst 2016 die ersten Rodungsarbeiten und Aufbereitungen des Bodens beginnen. Ein Eingangsportal wurde geschaffen und ein Staketenzaun gesetzt. Fleißige Helfer aus dem Verein und die Landjugend waren wichtige Stützen in dieser ersten Schaffensphase.
Nachdem Wege angelegt und Blumenwiesen gesät, ein von Holzstämmen eingefasster Spielbereich für Kinder geschaffen waren, hatte die Babywiese eine Struktur.

Das Gartenjahr 2018 stellte für den Verein dann eine besondere Herausforderung dar. Die lang anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen seit Mai setzten besonders den jungen Obstbäumchen zu, die noch kein ausreichendes Wurzelwerk entwickeln konnten. Es musste regelmäßig Wasser zu der Babywiese herangefahren werden. In manchen Phasen musste täglich gegossen werden.

Kinder helfen beim Pflanzen ihrer Obstbäumchen

Alle Pflanzen haben dieses Trockenjahr zu aller Freude überlebt. Ende April 2018 veranstalte der Verein ein Frühlingstreffen auf der Babywiese. Bei Kaffee, Saft und Kuchen trafen sich die Familien der Obstbäumchen, um sich gedanklich auszutauschen und den Kindern einen weiteren Kontakt zu ermöglichen. Bei Kinderliedern zum Frühling konnten einige Kinder in einem Kostüm in eine bestimmte Rolle schlüpfen und hatten großen Spaß daran.

Über das gesamte Jahr sind auf der Babywiese Pflegearbeiten notwendig. Diese werden von Vorstandsmitgliedern, engagierten Familien und der Landjugend durchgeführt.

Am 03.11.2018 gab es eine 2. Pflanzaktion mit weiteren 19 Bäumchen. Das erste große Pflanzfeld ist damit mit 51 Obstbäumchen komplett bestellt.

Ansprechpartner: Norbert Sabellek (Tel. 02865/6646)

Kreis Borken vergab Heimat-Preise

Zusammen mit drei anderen Vereinen wurde der Heimatverein Erle bei der Verleihung des Heimat-Preises des Kreises Borken für sein ehrenamtliches Engagement bei der Kooperation zwischen Silvesterschule und Heimatverein gewürdigt und erhielt 200 € als Anerkennung.

Der Landrat des Kreises Borken Dr. Kai Zwicker und der Vorsitzende des Heimatvereins Erle Norbert Sabellek präsentieren im Kreishaus Borken die Auszeichnung mit den Frauen der Plattdeutsch-AG, von links: Hedwig Rentmeister, Ingrid Horstmann, Mia Pass, Doris Grunewald sowie Andreas Cluse (Zweiter Vorsitzender) und Wilhelm Stilkenbäumer, Vorsitzender des Kreistagsausschusses für Kultur und Sport

Erstmals hatte der Kreis Borken in diesem Jahrunter dem Motto „Lust auf Heimat?!“ Heimat-Preise für Heimatprojekte ausgelobt. Die 32 eingereichten Projekte oder Aktivitäten wurden anhand folgender Kriterien bewertet:
– Förderung der regionalen Identität und des Heimatbewusstseins
– Förderung gelebter Traditionen und Bräuche
– Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Gemeinwohls
– Innovation des Projektansatzes
– Möglichkeit von generationsübergreifendem Erleben
– Nachhaltigkeit der Projektidee
– Übertragbarkeit

Die Anerkennungsurkunde des Landrats

Diesen Kriterien konnte der Heimatverein Erle mit seinem Bestreben, den Schülerinnen und Schülern ihren Heimatort näher zu bringen, in vielfältiger Weise genügen. Seit 20 Jahren leiten Frauen des Vereins die Plattdeutsch-AG  der Schule. Die OGS betreut den Bauerngarten am Heimathaus und Grundschüler helfen bei der Pflege der Babywiese mit ihren Obstbäumchen. Weitere Kooperationspartner sind Erler Familien, Firmen und Senioren. Den Kindern wird so in Projekt und Unterricht der heimatliche Natur- und Kulturraum auf verschiedene Weise vermittelt.

Die mit insgesamt 10.000 € dotierten Heimatpreise gingen an folgende Vereine: 1. Preis: Heimatverein Suderwick für sein grenzübergreifendes Projekt mit der Bürgerinitiative Dinxperwick (Dinxperlo in Holland und Suderwick), 2. Preis: Heimatverein Burlo-Borkenwirthe für das Bemühen, Kinder und Jugendliche mit modernen, übertragbaren Formaten für die Heimat zu begeistern, 3. Preis: Förderkreis der Synagoge Epe für den Erhalt der jüdischen Synagoge.      

Am 23. November 2019 besichtigte der Heimatverein Erle die Großküche im Annastift in Dorsten. Der Erler Andreas Nagel, Küchenchef in dieser hochmodernen Küche, führte die Erler Heimatfreunde durch das „Paradies“, wie er liebevoll seinen Arbeitsplatz nennt.

Die Erler Heimatfreunde lauschen dem Vortrag von Andreas Nagel

Bei Kaffee und Kuchen erfuhren die Besucherinnen und Besucher einiges über den beruflichen Werdegang und das Aufgabengebiet des 47-jährigen Erlers. Seit nunmehr 26 Jahren arbeitet er in der Küche des von der Caritas betriebenen Alten- und Pflegeheims St. Anna, zurzeit als Chef von 60 Beschäftigten. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass in den letzten Jahren moderne Küchenautomaten angeschafft wurden, die es ermöglichen, jeden Tag in relativ kurzer Zeit 2.300 Essensportionen zu kochen. Neben den Bewohnern des Heims erhalten viele Schulen und Kindergärten sowie „Essen auf Räder“-Abonnenten das Mittagessen aus der Hightech-Küche.

Andreas Nagel erklärt die Zubereitung in einem „SelfCookingCenter“

Beim Gang durch die Küchenräume waren die Besucher erstaunt darüber, dass es dort weder Herde noch Kochtöpfe und Pfannen gab. Das Essen wird in sogenannten „SelfCookingCentern“ oder „VarioCooking Centern“ zubereitet. Wo früher viele Geräte eingesetzt wurden, zaubert heute ein einziges Gerät ein komplettes Menü. Als „all in one“-Gerät können die Cooking Center unterschiedliche Speisen kochen, braten, dämpfen, dünsten, grillen, blanchieren und pochieren. Sämtliche Überwachungs- und Kontrollaufgaben übernehmen sie selbst: Temperatur, Garzeit, und Bräunungsgrad werden z. B. mit Hilfe hochsensibler Sensoren automatisch eingestellt. Das Geheimnis dieser Alleskönner: Mit Heißluft, Dampf und einer Kombination aus beiden werden unterschiedliche Speisen automatisch und gleichzeitig zubereitet. Das spart enorm viel Zeit gegenüber den verschiedenen Kochvorgängen traditioneller Art.

Andreas Nagel erklärt das Verteil- und Belieferungssystem

Speisen, die nach außerhalb ausgeliefert werden, werden erforderlichenfalls heruntergekühlt, damit der Nährwert erhalten bleibt. Eine Flotte von Lieferwagen bringt das Essen in die Einrichtungen und holt nachmittags dass schmutzige Geschirr wieder ab. In der vollautomatischen Spülstraße wird es dann gereinigt.

In der vollautomatischen Spülstraße wird das Geschirr gespült

Die Erler Heimatfreunde waren sehr beeindruckt darüber, wie leistungsfähig eine solche Hightech-Küche ist. Manch einer wünschte sich solch einen solchen SelfCooking-Automaten auch für Zuhause. Doch Andreas Nagel nahm Ihnen die Hoffnung: „Solche Vollautomaten lohnen sich nur in Großküchen.“  So muss der Erler Heimatfreund wohl weiterhin „self-cooking“ betreiben und mit Herd, Topf und Pfanne vorlieb nehmen. 

Das plattdeutsche Lustspiel in drei Akten  „Theo un de Wiever“  von Jennifer Hülser wurde im Oktober/November 2019 von der Plattdeutschen Theatergruppe des Heimatvereins Erle aufgeführt.

Diese Laienspielgruppe versteht es jedes Jahr aufs Neue, mit viel Witz und Humor Szenen in plattdeutscher Sprache auf die Bühne zu bringen. Dabei werden Jung und Alt angesprochen, es ist für jeden etwas dabei.

Zum Inhalt: Mutter Helga (Eva Fölting) möchte ihren längst erwachsenen Sohn Theo (Benny Bente) endlich an die Frau bringen und erwartet sich dabei Hilfe von der Typberaterin Eleonore Dünnfrack (Larissa Grömping). Auch Theos bester Freund Hans Kuller (Christoph Ossing) will ihm helfen. Er engagiert für Theo die Prostituierte Dame Chantal Château (Annette Krampe), um ihn auf den Geschmack zu bringen. Doch dem armen Theo verschlägt es angesichts der „leichten Dame“ im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache. Er kommt mächtig ins Stottern. „Scha… Scha… Schantalle“.

Annabell (Helene Dickmann), das Hausmädchen ist jedoch schon länger in Theo verliebt, aber Theo hat nur Augen für seine Briefmarken und trinkt Kamillentee linksgerührt. Seine Verehrerin Annabell hingegen lässt sich einiges einfallen, um ihre Nebenbuhlerin loszuwerden. In der Folge kommt es zu zahlreichen Verwechselungen. Der Elektriker Paul Blitz ( Bernd Klaus) wird für Chantals Zuhälter „Rocko“, das Rohr gehalten und gefesselt, obwohl er nur die Steckdose reparieren will. Mutter Helga verbringt eine gemeinsame Nacht mit Rocko, Chantal wird mit Rizinusöl und Typberaterin Eleonore mit Schlaftabletten mattgesetzt. Doch letztendlich entscheidet Annabell die Situation für sich und bekommt ihren Theo.

Die Akteure überzeugten in ihren Rollen durch passende Kostüme und ausdrucksvoller Mimik und Gestik und manchen menschlichen „Macken und Ticks“.

Die sechs Vorstellungen waren alle ausverkauft. Die Zuschauer hatten ihren Spaß: Es blieb kein Auge trocken vor Lachen!

Herbstfest beim Heimatverein Erle

„Rund um den Apfel“, unter diesem Motto stand dieses Jahr das Herbstfest der Obstbaumpat*innen und ihrer Familien. Witterungsbedingt fand die Veranstaltung nicht auf der „Babywiese“ inmitten der von und für die Kinder gepflanzten Ostbäumchen statt, sondern in der Pausenhalle der Silvesterschule. Mit Herbstliedern wie „Bunt sind schon die Wälder“ und „Wenn die wilden Winde stürmen“ stimmte der Vorsitzende des Heimatvereins Norbert Sabellek mit Gitarrenbegleitung die Teilnehmer auf den Herbst ein. Zum Kaffee und Kaltgetränken gab es Apfelkuchen in allen Variationen. Mit dem lustigen plattdeutschen Singspiel „Will no Appels plücken“ führten die Kinder vor, wie man mit der Leiter die Äpfel vom Baum pflückt.

„Will no Appels plücken“

Auch beim Spiel „Schule früher“ in der historischen Schulstube war der Apfel Unterrichtsthema. Höhepunkt der Veranstaltung war das manuelle Pressen von Apfelsaft. Die Kinder lernten, welche Arbeitsschritte dazu erforderlich waren.

Hier wird gleich Apfefsaft gepresst: links: die Häckselmaschine, vorne: die Obstpresse
Die auf Streuobstwiesen gesammlten Äpfel werden gesäubert und zerteilt.
Den Kindern machte es einen Riesenspaß, die Kurbel der Häckselmaschine zu bedienen, in der die Äpfel zerstückelt wurden.
Wieder war ihre Muskelkraft gefragt, in der Obstpresse aus dem Apfelbrei mittels Kurbeln den Saft herauszupressen.
So wurden aus dem Obst etwa 10 Liter frisch gepresster Saft gewonnen.

Der Saft mundete Groß und Klein hervorragend. Von Imkerfamilie Heider konnte Honig von den Bienen auf der „Babywiese“ erworben werden. Den Abschluss bildete das gemeinsame Lied „Dank für die Sonne, Dank für den Wind, Dank für die Menschen, die um mich sind.“

Der Apfelkuchen schmeckte auch den Erwachsenen.
Walter Biermann (links) überreicht Norbert Sabellek das Fragment eines
steinzeitlichen Steinbeils.

Der Heimatforscher Walter Biermann ist ein Sammler von Büchern, Bildern und Dingen, die uns aus der Geschichte unserer Heimat und ihrer Umgebung erzählen. Der Heimatforscher Walter Biermann ist ein Sammler von Büchern, Bildern und Dingen, die uns aus der Geschichte unserer Heimat und ihrer Umgebung erzählen. Die Sammlung der Dinge, die das alte und neue Herrlichkeitsdorf Erle betreffen, hat Walter Biermann aus Altersgründen dem Heimatverein Erle angeboten. Norbert Sabellek, 1. Vorsitzender des Heimatvereins Erle, hat dieses einmalige Angebot spontan angenommen. Im Erler Heimathaus kann hierdurch die Sammlung des Vereins durch Bilder, auch in digitaler Form, Postkarten, Bücher und das
Fragment eines Steinbeils, gefunden in dem Bereich südlich von Erle, weiter vervollständigt werden.
„ Postkartenansichten aus dem Erle vor mehr als 100 Jahren waren mir so noch nicht bekannt, “ zeigte sich N.Sabellek. Der Heimatverein Erle sagt W. Biermann herzlichen Dank für die außergewöhnliche Spende.

Steinbeilfragment

Aufführung der „Brejpottspöllers“ auf dem Sommerfest in Erle

Astrid Lindgrens Roman ist in 52 Sprachen übersetzt sowie vertont und verfilmt worden. Nun gab es einen Streich des kleinen Michel aus Katthult zum ersten Mal auch in Erler Platt zu sehen und zu hören. Die „Brejpottspöllers“, die Theater-AG der Erler Grundschüler führte „De Suppenschöttel“ auf dem Erler Sommerfest in der Aula der Grundschule auf.

Die Familie Svensson, rechts Michel, links wartet schon der Doktor an seinem Schreibtisch

Ingrid Horstmann, die Leiterin der AG, konzedierte den kleinen Laienschauspielern noch „en bettken Bukpiene“ vor der Premiere des Stückes. Zwei Kinder lasen die Geschichte zwischen den Spielszenen auf Platt vor. Zu Beginn stellten die Familienmitglieder der Familie Svensson sich und ihre Meinung über Michel selbst vor. Papa Svensson über Michel: „Wat sall ut den Junge blooß weern?“  Mama Svensson: „ Ik hebb mien Michel feste leev!“ Ida, Michels Schwester: „ Ik finn alls schön, wat Michel mäk!“, und der Knecht Alfred: „Michel is en schlauet Kerlken.“

Michels Kopf steckt in der Suppenschüssel fest

Dass er doch nicht ganz so schlau war, stellte sich heraus, als Michel, der so gerne „Ründfleessuppe“ mochte, beim Ausschlürfen des Suppenrestes sich den Suppentopf über den Kopf stülpte und darin steckenblieb. Da war guter Rat teuer. Kaputtschlagen ging nicht, denn sie Schüssel hatte schließlich 4 Kronen gekostet. Also spannte man den Wagen an und fuhr zum Doktor nach Mariannelund. Unterwegs hörte Michel an den Tierstimmen, dass sie am „Puggenhoff“ vorbeikamen, sehen konnte er ja nichts. Um eine teure „Operation“ kam Michel herum, weil er mit der Schüssel auf die Tischkante schlug, als er „en deepen Diener mäk“ vor dem Doktor, sodass die Schüssel in zwei Teile zersprang. Vor Erleichterung, Geld gespart zu haben, schenkte Papa Michel 5 Öre und alle machten sich auf den Heimweg.

Mit Bollerwagen und Spielzeugpferd umrundeten die Akteure zweimal die Aula bis zum Sprechzimmer des Doktors

Doch Michel wäre nicht Michel, wenn die Geschichte damit zu Ende wäre. Alsbald musste die Familie zum Doktor zurückkehren, weil Michel das Geldstück, das er in den Mund gesteckt hatte, unabsichtlich verschluckte.  „Ik kann mien eegenet Spaorschwien wessen un de fiev Öre genauso good in den Buk hebben wie dat Spaorschwien to Huss“, fand Michel die Situation auch noch lustig. Der Doktor entschied fachmännisch: „Operän is nich nöödig, dat Geldstück kömp in en paar Daage van sölws weer haruut.“  Dass die zusammengeklebte Schüssel dann doch noch von Mama Svensson kaputt geschlagen wurde, ist wieder Michel zu verdanken, der es schaffte, sich im Spiel zum zweiten Male die Schüssel über den Kopf zu stülpen. Der Doktor behielt Recht: Twee Daage läter goww Michel Papa fiev Öre trügge un dat was tomindens en klejnen Trost.

Die kleinen Schauspieler bekamen tosenden Applaus für ihr Spiel. Die „Bukpiene“ hatte sich in ein glückliches Lächeln aufgelöst ob der tollen Leistung.

Unterwegs hörte Michel die Tiere vom „Puggenhoff“

Offenes Singen des Heimatvereins Erle

Die ca. 50 Sängerinnen und Sänger genossen das Singen unter den alten Kastanien

Die Freude am Singen in der Gemeinschaft ist in Erle nach wie vor sehr beliebt. Die zahlreichen meist älteren Teilnehmer des offenen Singens des Heimatvereins Erle sangen am Sonntag mit Inbrunst einen bunten Strauß von Liedern aus alter und neuerer Zeit. Auf dem Programm standen Wander – und Fahrtenlieder ihrer Kindheit und Jugend, wie „Wenn die bunten Fahnen wehen“ oder „Wenn wir erklimmen schwindelnde Höhen“, aber auch Schlager wie „Die Caprifischer“ und die Europa-Hymne. Natürlich durfte zum Schluss auch das „Erlske Leed“ nicht fehlen. Begleitet wurde der Gesang von Norbert Sabellek, Susanne Aschenbrenner und Waltraud Buning an der Gitarre sowie Detlef Czymontek am Akkordeon. Das Jugendorchester der Erler Jäger unter der Leitung von Oliver Jahnich bereicherte die Veranstaltung mit Musikstücken aus Rock (Smoke on the water, The Final Countdown), Musical (Dschungelbuch) und Film (Mission: Impossible) und bekam viel Applaus für die Darbietungen. Zur Belohnung gab es für alle Teilnehmer Kaffee und selbstgebackenen Kuchen im Silvesterkindergarten.

Das Instrumentalensemble begleitete den Gesang
Das Jugendorchester der Erler Jäger unter der Leitung von Oliver Jahnich
Die Silvesterschüler säen Wildblumensamen aus

Neue Nahrung für die Bienen auf der Babywiese

Zwei dritte Klassen der Silvesterschule in Erle betätigten sich auf der Babywiese des Heimatvereins als Gärtner. Nachdem eine Fläche kultiviert worden war, säten sie unter Anleitung von Norbert Sabellek und Ingrid Horstmann auf dem Areal Wildpflanzensamen (Beehappy, Buchweizen, Kornblume, Ringelblume, Borretsch, Dill) aus. Anschließend wurde die Aussaat leicht eingeharkt und gewässert. Die dort stationierten Bienen dürften sich über die zusätzliche zukünftige Futterquelle freuen. Die Zusammenarbeit zwischen Silvesterschule und Heimatverein hat schon eine lange Tradition. Denn die Garten-AG der OGS betreut regelmäßig den Bauerngarten am Heimathaus. „So lernen die Kinder die ökologischen Zusammenhänge kennen und werden sensibilisiert für die Sorge um die wichtigste Fluggesellschaft der Welt, die Bienen“, erklärte Sabellek.

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